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Wer ich bin

14. Juni 2021

Wer ich bin

14. Juni 2021

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Die Sache mit dem Jutebeutel und dem Whiskey.

Hallo ihr Lieben, willkommen beim Schalltrichter – ich bin Thomas. Da dies die erste Episode meines Podcasts ist möchte ich mich ein wenig vorstellen.
Wer ich bin, woher ich komme, was mich dazu gebracht hat, einen Podcast aufzuziehen und wohin diese Reise gehen soll.

Ich bin ein alter Jutebeutel – also Sack. Immer noch brauchbar, um Kartoffeln darin zu verwahren, obwohl so mancher Fleck und fadenscheinige Stellen immer prominenter werden.
Und ich liebe guten Whiskey – am liebsten mit EY am Ende – alten, goldenen very superior old Pale.
Man könnte meinen, auch das wäre eine geeignete Analogie für mich.
Aber ich bevorzuge Jutebeutel: das beschreibt mich besser, verberge ich doch so manche, lang gehütete Erfahrungskartoffel darin.

Meine Eltern hießen mich Thomas und irgendein Vorfahr fand es furchtbar witzig sich mit Nachnamen Speck zu schimpfen – hätte der ein einziges mal darüber nachgedacht, wie schwer es ist mit dem Namen eine heiratswillige Frau zu finden er hätte sich eher Schwarte genannt.
Ich meine: Rebecca/Lisa/Susanne/Beate/wasweißich Speck – mir wurde schon mal gesagt, heiraten?- NE, allein schon wegen wie das klingt, kann ich mich ja gleich Speckbrot nennen!
Später wurde dann doch eine Andrea meine Frau, von der ich mittlerweile geschieden bin und die mir noch immer eine sehr liebe Freundin ist.

Ich schreibe sehr gerne und im Grunde seit ich es gelernt habe.
Allerdings waren die Zeiten damals anders.
Wo man heute für alles einen Weiterbildungskurs vom Arbeitsmarkt Service bekommt – manche davon sind sogar richtig gut, vor allem auf dem Sektor der Bewerbungen, die kann so mancher jetzt rückwärts in Spiegelschrift und sogar in Tabellen! – aber damals?, damals gab es bestenfalls ein müdes Lächeln der Eltern.
So ein „geh lern doch was gscheits“- mäßiges mitfühlendes Lächeln – mit liebevollem Getätschel auf den Hinterkopf versteht sich.

Ich habs also auf den Misthaufen getragen und da unten in Hautzendorf in Österreich in frischen dampfenden Kuhmist liegen lassen, mein getätscheltbemitleidetes Talent. Über meine, doch recht einsame vermobbt-verprügelte Schulzeit lege ich den dunklen Schleier des Schweigens.

In meinen Zwanzigern, von Zweifel und Selbstmitleid geprägt, naja, da gab es, dort wo ich war, keine Misthaufen.
Aber, ich habe tatsächlich einen Mülleimer entdeckt!
Hier drin sind dann auch mehrere 100 Seiten an Buchskripten, Gedichten und Kurzgeschichten gelandet. Und meine teure Adler gleich mit.
Ja! – ich hab drauf geschissen.
Aufgegeben und als Kartoffel verstaut. Ab in den Jutebeutel. Aus besagtem Mülleimer wurde mein ganz persönlicher Gral des Versagens.

Und da ich natürlich auch weiß, welchen Weg Papier im Müll nimmt, nehme ich an, das mein Geschreibsel erfolgreich einigen Anwendern von Klopapier dienlich war. Immerhin!
Zudem hatte ich beständig Liebeskummer – wegen Speck und so. Ja ich weiß, Selbstvertrauen und Geduld waren damals nicht meine ausgeprägtesten Eigenschaften.

Meine Welt war damals sehr grau, manchmal Dunkelschwarz und das Schreiben sollte eigentlich ein Ventil dafür sein – jedoch hab ich eher versucht, mir damit das zu holen, was mir damals am meisten fehlte: Anerkennung.
Ich dachte mir, wenn ich mir schon niemanden finde, der mich lieben möchte, dann sollen mich die Leute wenigstens bewundern.
In Wahrheit? In Wahrheit wollte ich es den Menschen, die mich ablehnten, einfach nur heimzahlen.

Natürlich habe ich das nie erreicht, das sind ja auch die besten Voraussetzungen um zu Scheitern.
Das bin ich dann auch, wenigstens ein Mülleimer hatte seine Freude dabei.

Nach dem unrühmlichen Abgang meiner literarischen Ergüsse habe ich Zwei Jahrzehnte lang allerhöchstens hoffnungslose Liebesbriefe geschrieben und Rechnungen ausgefüllt. Aufgrund von geistiger Unfähigkeit, für den Arbeitsmarkt völlig wertlos, entsorgt in diversen Weiterbildungskursen – Stichwort Bewerbungen – ähm, sagen wir, ich möchte wohl weniger, ähnlich meiner Schreibe damals, in den Müll.
Nur um dann am Anus des Systems zu kleben.

Also – – schreibe ich wieder und bediene mich dabei der modernen Medien.
Heute machts mir einfach nur Spass und ebenfalls ist es schön, das meine Texte von anderen, wenn schon nicht gelesen, so wenigstens gehört werden. Ein bisschen darf es das alte Ego ja streicheln.

Ich kann witzig, auch Satire liegt mir ein wenig, mags meistens beschaulich und manchmal auch provokant.
Eines meiner Feindbilder ist der neue geregelte, völlig nutzlose und moralbefreiende Gleichbehandlungs-Antirassistisch-Schönschreibsprech unserer poetischen Sprache. Damit kannst Du mich in unendlich lange Diskussionen zwingen. Mir geht es mit dem Podcast nicht um Erfolg oder Berühmt sein.

Obwohl, Ruhm ist etwas Schönes.
Aber, nebenbei bemerkt, ziemlich flatterhaft und unverlässlich.
Wie eine Frau, die genau weiß, dass sie schön ist und es genießt begehrt zu werden!
Und so hat es eine Eigenschaft, der man sich nicht entziehen kann – Flüchtig.
Und flüchtigen Schönen hinterher zu laufen – – ist kein Spass.
Vor allem letzteres ist ist ein völlig nutzloser Aufwand, den ich nicht betreiben will. Es soll einfach Spass machen.

Ich bin trotz meiner schiefen Schreibweise, die nur der müde Versuch ist, mich als normalen lässigen Menschen zu präsentieren, recht umgänglich. Meistens nur ein alter, kratziger Jutebeutel.
Du fragst jetzt sicher: was hat das alles mit dem Whiskey zu tun hat? Alles meine Lieben, Alles!

Whiskey wird auch mit dem Alter immer besser und das Goldene entsteht erst durch lange Lagerung.
Also doch eine perfekte Analogie für mich! Nur Schade, das man Whiskey nicht, in einen Jutebeutel geschüttet, lagern kann, es sei denn man lässt ihn in der Flasche. Aber das wäre extrem kontraproduktiv – auf jeden Fall ist das ein anderes Thema …

Das hier heißt Der Schalltrichter aus 2 Gründen:
Einmal, weil ich nicht vorhabe mich leise und depressiv auf ein ungewisses Altenteil zu begeben.
Und zum zweiten, weil ich ein großer Verehrer von Axel Corti bin.
Ich halte Herrn Corti für den besten Sprecher und Publizisten, der vom Österreichischen Rundfunk je hervorgebracht wurde.
Ich liebe die Stimmen meiner Jugend – von Rudi Klausnitzer und Dieter Dorner, Brigitte Xander und Nora Frey und natürlich die dank der Österreichischen Bundesbahnen allgegenwärtige digitale Chris Lohner. Aber Axel Corti ist eben Axel Corti und seinen Schalldämpfer vermisse ich wirklich.

Mein Liebkind für den Schalltrichter ist das Format 10 Minuten Casts.
Das sind Episoden, die – nona – zwischen 10 und 20 Minuten dauern, wo ich alles beschreibe, was mir grade so in den Sinn kommt.
Das reicht von ganz alltäglichem, wie dem Schwarzfahren, bis hin zu geistreichen Abhandlungen zum Thema Liebe. Manchmal provokant satirisch, böse sarkastisch und manchmal Besinnlich.

Wie gesagt, ich hab so einige Kartoffeln im Sack.

Das zweite Format ist Kurze Geschichten. Ich möchte Kurzgeschichten und Texte von anderen Autoren lesen und präsentieren.
Kurze Geschichten soll 2 Dinge erreichen.
Erstens – Anderen Autoren, Hobbyisten oder angehenden Hemingways die Chance geben, gehört zu werden. Das ist mir, mit meiner Geschichte, wirklich ein Anliegen, da ich mir damals gewünscht hätte, jemanden für solches zu haben.
Und als zweites: Meinen Podcast wachsen lassen – das soll sich ja auch lohnen, natürlich!

Ich arbeite darauf hin, pro Woche einen oder zwei 10 Minuten Cast und eine Kurzgeschichte herauszubringen – aber Klasse statt Masse.
Insgesamt soll der Schalltrichter kein neues Radio Medium zwecks Dauerberieselung sein, es soll ein geistreicher, Lustiger und besinnlicher Platz bleiben, wo für jeden mal ein Thema dabei ist.

Ich freue mich auf Deine Kommentare auf meiner Website, bei Facebook oder Instagram und die Diskussionen die wir führen werden. Wenn Dir gefällt was du hörst, lass mir bitte ein Abonnement da und ein „gefällt mir“.

Ich wünsche Dir einen wirklich wundervollen Tag — und gute Unterhaltung mit meinen Casts.
In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal – Euer Thomas.

Hallo ihr Lieben! Ich bin Thomas Speck, ein jung gebliebener Jutebeutel, Podcaster und Österreicher, in der Reihenfolge. Eigentlich handzahm, bekannt für meinen Sarkasmus - manche nennen mich gar zynisch - und für meine beißende Satire. Jedenfalls schlagfertig, möchte ich meinen! Ich kann auch freundlich und nett, aber Blatt vorm Mund mag ich nicht. Die Wahrheit die ich sage, ist immer meine Wahrheit, ich behaupte nicht - und das erwarte ich auch nicht - damit Recht zu haben. Aber, ich fordere Dich heraus: Schreib mir auf Social Media oder hier in den Kommentaren und Überzeuge mich!

2 Comments

  1. DeaStern 20. Juni 2021 at 21:10 - Reply

    Hallo Thomas!

    Ich finde es erfrischend ehrlich, wie Du so offen über Dich erzählst. Das trifft man nicht jeden Tag! Bin sehr neugierig, welche Themen Du alles ansprechen wirst. Deine Stimme ist wunderbar und einzigartig, gefällt mir sehr! Auch die Länge der Erzählungen ist sehr angenehm.
    Alles in allem, Du hast mich seeeeeehr neugierig gemacht :-)))!
    Daumen hoch!

    • Thomas Speck 20. Juni 2021 at 21:12 - Reply

      Dankeschön DeaStern! Ehrlich gesagt, ich bin selbst noch neugierig^^. Danke für Deinen Kommentar!

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Die Sache mit dem Jutebeutel und dem Whiskey

Hallo ihr Lieben, willkommen beim Schalltrichter. Ich bin Thomas.
Da dies die erste Episode meines Podcasts ist möchte ich mich ein wenig vorstellen.
Wer ich bin, Woher ich komme, Was mich dazu gebracht hat, einen Podcast aufzuziehen und Wohin diese Reise gehen soll.

Hallo ihr Lieben! Ich bin Thomas Speck, ein jung gebliebener Jutebeutel, Podcaster und Österreicher, in der Reihenfolge. Eigentlich handzahm, bekannt für meinen Sarkasmus - manche nennen mich gar zynisch - und für meine beißende Satire. Jedenfalls schlagfertig, möchte ich meinen! Ich kann auch freundlich und nett, aber Blatt vorm Mund mag ich nicht. Die Wahrheit die ich sage, ist immer meine Wahrheit, ich behaupte nicht - und das erwarte ich auch nicht - damit Recht zu haben. Aber, ich fordere Dich heraus: Schreib mir auf Social Media oder hier in den Kommentaren und Überzeuge mich!

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